Ein Artikel auf SEO by the Sea hat mich dazu gebracht einmal darüber nachzudenken, welche Auswirkungen der Spam in den SERPs auf die Arbeit eines SEOs haben kann. Die Manipulationen der Ergebnisseiten bezüglich des Spams sind neben dem eigentlichen Rankingalgorithmus die zweite treibende Kraft, die die Suchergebnisse beeinflussen. Man sollte sich als SEO mit diesem Thema beschäftigen, um von diesen Einflussfaktoren profitieren zu können oder zumindest weiteren Schaden von den eigenen Projekten abzuwenden.
Es gibt unglaublich viele Webseiten, die einzig und alleine versuchen Besucher von den Suchmaschinen auf ihre Webseiten zu lenken, um diesen nicht ihrem eigentlichen Ziel (der Befriedigung ihres Interesses) zuzuführen, sondern diese zu Aktionen anregen, die nichts mit dem eigentlichen Interesse zu tun haben. Häufig tritt dieses Vorgehen im Zusammenhang mit Finanzdienstleistungen, Erotik, Pharmazie, etc. auf. Es handelt sich hierbei um die klassischen Money-Themen, die auch über eine amorphe Zielgruppe hohe Erlöse versprechen. SEOs, die nun seriöse Angebote betreiben, sollten nicht in den Verdacht geraten eine solche Spamseite zu betreiben.
Generell klassifizieren Suchmaschinen die Webseiten eines Suchergebnisses in Abhängigkeit zum Keyword in drei Kategorien:
- Relevante Webseite
- Spamwebseite
- Irrelevante Webseite
Daneben gibt es drei Faktoren, an denen Spamseiten erkannt werden können und mit denen man Einfluss auf die Manipulationen der SERPs durch Spamerkennungsprogramme nehmen kann.
- Content
Google klassifiziert die einzelnen Websites im Internet mittels verschiedener Methoden. Der wichtigste Faktor, der Spam von relevanten Seiten unterscheidet ist der Content. Der User, der von der Suchmaschine kommt, hat ein Interesse, welches auf einer richtigen Seite befriedigt wird und auf einer Spamseite nicht. Auf einer Spamseite nimmt man den User mit seinem Bedürfnis und versucht diesen einem eigenen Interesse zuzuführen. Webseiten, die nicht in den Verdacht geraten wollen, sollten hochwertigen und zur Zielgruppe passenden Content anbieten. Spamseiten wurden nicht zum Zweck angelegt dem User etwas zu bieten, sondern einfach dazu möglichst viele Besucher auf die eigene Seite zu lotsen. Ein besonders auffälliges Beispiel ist das folgende:
Der Content hat keinerlei Bedeutung und ist nur darauf ausgelegt Links und Weiterleitungen zu anderen Seiten bereitzustellen.
- Verlinkung
Ein weiterer Indikator, der Spamseiten identifiziert, ist die jeweilige Verlinkung. Auf Grund des schlechten Contents, muss hier mit besonderen Link-Building Maßnahmen gearbeitet werden. Qualitativ hochwertige Links, wird man hier selten bekommen, weil keine gut-rankende Seite sich der Gefahr eines Links auf eine Spamseite aussetzen möchte. Wer seine Seite vom Spamverdacht ausschließen möchte, sollte in jedem Fall auf die Qualität seiner Verlinkung achten.
Die Verlinkung im oben vorgestellten Beispiel ist ebenfalls qualitativ schlecht und es würde mich wundern, wenn diese Seite bei Google nicht als Spam deklariert wäre.
- User-Behaviour
Ein weiterer nicht zu unterschätzender Faktor beim identifizieren von Spam ist das Verhalten der Benutzer. Dass Klickinformationen hier ausgewertet werden, sagt alleine schon das US-Patent No. 7,769,751 aus, in dem es heißt:
One embodiment of the present invention provides a system that automatically classifies documents (such as web pages) based on user inputs. During operation, the system obtains a “classified” set of documents which are classified as relating to a specific topic. The system also obtains queries related to the specific topic. These queries produce “query results” which enable the user to access documents related to the query. The queries also include “click information” which specifies how one or more users have accessed the query results. The system uses this click information to identify documents in the classified set of documents which are not related to the specific topic or are off-topic. If such documents are identified, the system shifts the identified documents so that they are regarded as off-topic and/or spam, and removes the identified documents from the classified set of documents.
Quelle
So spielt mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auch die Click-Through-Rate eine entscheidende Rolle, weil Menschen Spamwebseiten meist schon direkt in den Suchergebnissen identifizieren können und kein Klick darauf stattfindet. Ein bekanntes Beispiel sind externe Suchseiten, die in den Serps platziert wurden. Nach einigen Anfragen hatten die User die Nutzlosigkeit dieser Ergebnisse erkannt und fortan nicht mehr geklickt. Dies war ein wichtiger Indikator, um mit diesem Spamseiten weitestgehend aufzuräumen. Als Webseitenbetreiber sollte man hier in jedem Fall ein Interesse daran haben eine möglichst hohe CTR zu haben. Hier spielen vor allem ein sinnvoller Titel, eine sprechende URL und natürlich guter Content eine entscheidende Rolle.
Es gibt viele Webseiten, die nicht so eindeutig als Spam identifiziert werden können, die jedoch gefährdet sind in diese Kategorie gesteckt zu werden. Besondere Aufmerksamkeit muss man immer bei automatischem und von Benutzern erstelltem Content an den Tag legen. Hier ist die Gefahr von Spam oft hoch. Wenn man jedoch diese drei Kriterien im Auge behält und stetig daran arbeitet, ist die Gefahr als Spammer zu gelten relativ gering.
Die oben vorgestellte Webseite ist schon eine ziemlich heftige Nummer in Sachen Spam. Und ich denke mal, dass sie nicht mal dazu erstellt wurde, um von Menschen besucht zu werden, sondern lediglich als Linkquelle dient. Bessere Beispiele finden sich im Internet zuhauf, jedoch zu unserem Glück immer weniger in den SERPs. Eine bekannte Gruppe von Webseiten, die der Gefahr der Kategorisierung als Spam ausgesetzt ist und teilweise in jüngerer Vergangenheit auch schon abgestraft wurde, sind die Social Bookmark Portale. Diese haben wenig hochwertigen Content, eine große Zahl ausgehender Links, die das Klickverhalten der Besucher negativ beeinflussen und dazu im Einzelnen eine eher schlechte Backlinkstruktur.
Zusammenfassend kann ich nur empfehlen Spamseiten mit Content und guten Links so schnell wie möglich vom Verdacht des Spams zu befreien und den Spam selbst zu beseitigen. Qualität vor Quantität… das freut auch den Besucher.